Interaktionen zwischen Services dürfen keine verdeckten, nur implizit bekannten oder historisch mitgetragenen Abhängigkeiten erzeugen. Was für die Kommunikation oder Funktion eines Dienstes erforderlich ist, soll architektonisch sichtbar, nachvollziehbar und dokumentierbar sein.
Dieses Prinzip richtet sich gegen eine der typischen Schwächen gewachsener Umgebungen: Abhängigkeiten, die im Alltag kaum auffallen, bei Änderungen, Ausfällen oder Migrationen jedoch unvermittelt wirksam werden. Solche versteckten Voraussetzungen untergraben die Beherrschbarkeit des Systems, weil sie weder in der Planung noch in der Analyse verlässlich berücksichtigt werden können.
Die Vermeidung versteckter Abhängigkeiten stärkt damit Transparenz, Planbarkeit und Stabilität. Interaktionen sollen nicht nur technisch vorhanden, sondern auch in ihren Voraussetzungen offen erkennbar sein. Nur so kann die Ebenenarchitektur ihre ordnende Wirkung langfristig behalten.