Die Einteilung in Service-Ebenen schafft zunächst Ordnung im strukturellen Aufbau des Home-Rechenzentrums. Für ein tragfähiges Service Design genügt es jedoch nicht, Dienste nur ihrer jeweiligen Ebene zuzuordnen. Ebenso wesentlich ist die Frage, wie diese Ebenen miteinander interagieren dürfen, in welche Richtung Abhängigkeiten verlaufen sollen und an welchen Stellen architektonische Grenzen bewusst einzuhalten sind. Genau dies beschreiben die nachfolgenden Interaktionsprinzipien.
Sie konkretisieren die Regeln des Zusammenspiels zwischen Core-, CoreBy-, Infrastruktur-, Administrations- und Nutzer-Services. Damit legen sie fest, welche Kommunikations- und Abhängigkeitsmuster gewollt sind, welche Rollen die einzelnen Ebenen im Verhältnis zueinander einnehmen und wie verhindert wird, dass aus einer geordneten Schichtenarchitektur im Laufe der Zeit ein unübersichtliches Netz wechselseitiger Sonderbeziehungen entsteht.
Ihr Zweck besteht nicht darin, technische Kommunikation künstlich einzuschränken. Vielmehr dienen sie dazu, architektonische Klarheit und betriebliche Beherrschbarkeit dauerhaft zu sichern. Gerade in einer gewachsenen Umgebung besteht andernfalls die Gefahr, dass Anforderungen aus äußeren Ebenen schrittweise in den Kern zurückwirken, Zuständigkeiten verschwimmen oder Dienste Abhängigkeiten eingehen, die ihrer eigentlichen Rolle widersprechen. Die Interaktionsprinzipien schaffen deshalb einen verbindlichen Rahmen dafür, wie Schichtung nicht nur beschrieben, sondern auch praktisch eingehalten wird.
Damit bilden sie einen wesentlichen Bestandteil des Service Designs. Sie sorgen dafür, dass die definierten Service-Ebenen nicht nur als Ordnungsschema bestehen, sondern sich auch im tatsächlichen Architekturverhalten widerspiegeln. Erst durch diese Regeln wird aus der Ebenenstruktur ein belastbares Systemmodell, das Stabilität im Kern bewahrt, nach außen funktionale Vielfalt zulässt und zugleich die Gesamtumgebung nachvollziehbar und kontrollierbar hält.